6. Februar 2026
Vom Gasthof, welcher unterging
Der Gasthof war in unserer Nachbarschaft. Wenn
eine Familienfeier war, ließen wir schon mal einen Tausender und mehr
dort. Nicht nur deshalb verstanden die Wirtin und ich uns sehr gut.
Die Zeit verrann, bis dann diese AfD aufkam und
der Teufel mich ritt, da beizutreten. Mangels Alternative werde ich ihr
am 8. März bei der Landtagswahl aber erneut die Stimme geben – ich weiß
wirklich nicht, wen ich sonst unterstützen und wählen könnte.
Bei der Bundestagswahl 2016 war ich noch aktiv in
der blauen Partei; wir hatten in dieser Wirtschaft eine Veranstaltung.
Das war revolutionär für unser Dorf – seit der Anti-AKW-Bewegung, also
seit 40 Jahren, wird es keine vergleichbar aufmüpfige Veranstaltung hier
gegeben haben. Es wirkt kaum glaubhaft, wenn ich sage, dass 50
Interessenten ins Nebenzimmer kamen, denn heute herrscht hier politische
Leichenstarre. Ich hielt eine Rede auf Alemannisch, Volker Kempf hielt
die Hauptrede. Bei mir ging es um
Meinungsfreiheit und
Masseneinwanderung. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Wir hatten das
Event öffentlich beworben, niemand riss die Plakate runter, es gab keine
Maus im Dorf, die diese Werbung hätte übersehen können. Das führte dazu,
dass sogar CDU-Mitglieder – nicht bei uns, sondern im Hauptraum – Platz
nahmen, um zu sehen, wer da alles hinging. Hier funktionierte noch so
etwas wie das Recht auf freie Meinungsäußerung und die
Versammlungsfreiheit in Anspruch nehmen zu können. Es waren auch junge
Leute aus dem ganz linken Spektrum da, die Fragen stellen und Meinungen
äußern konnten.
Monate später vereinbarten wir mit der Wirtin die
nächste Überlassung des Nebenzimmers und bewarben sie wieder öffentlich.
Wieder ein Erfolg (siehe Foto mit Thomas Seitz), doch die Stimmung bei
der lieben Frau war säuerlich. Sie hatte von linken Blockwarten üble
Bewertungen bei Google bekommen und fürchtete um den Ruf des an sich
unpolitischen Hauses. Es sollte kein e weitere Veranstaltung dort mehr
geben, sie fühlte sich von mir hintergangen, ich hätte ihr nicht gesagt,
dass die Versammlung öffentlich beworben wird. Auf die Idee muss man
erst einmal kommen. Ich wusste, dass die Angst sie diktiert und nahm ihr
diese Ausrede nicht übel.
Bald kam das unselige Corona-Regime, das manchen
Gasthof an den Rand der Existenz brachte. Das Haus hatte eine
Not-Speisekarte mit etwa 10 Gerichten zum Mitnehmen, die man wie der
Stehler vom Hehler an der Hintertüre entgegennehmen musste – aber nur
maskiert. Als das Corona-Regime zu Ende war, wurde die Notspeisekarte
beibehalten; es gab keine vollständige mehr. Bis nach einigen Monaten
die Wirtsfamilie alle Pforten schloss und wegzog.
Ich kenne die Gründe dafür nicht wirklich. Damit
hört das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründete Haus wohl
endgültig auf zu leben, denn ein Investor ist in diesen lausigen Zeiten
grüner Wirtschaft nicht zu finden. In der Blütezeit von Rothweil gab es
neun Wirtschaften. Heute sind es in dem Weindorf noch zwei: Zum Bären
und Zum Kaiserstuhl.
Aus meiner Rede am 12. Januar 2026 im Gasthof:
*Über die
Unterdrückung der Meinungsfreiheit
*Über Masseneinwanderung und Bürgerkrieg